Boden: Er ist unser Fundament. Er trägt uns und verbindet uns alle unter unseren Füßen. Meist denken wir nicht besonders viel darüber nach. Für die meisten von uns ist er einfach „da“, ohne dass wir ihm weitere Gedanken widmen. Aber was ist Boden eigentlich? Was macht fruchtbaren Boden aus? Wenn Sie keine Ahnung haben, keine Sorge – ehrlich gesagt gibt es selbst unter Fachleuten einige Schwierigkeiten bei der Definition. Eine vereinfachte Definition ist die oberste Schicht der Erde, in der Pflanzen, Bäume usw. wachsen. Solche Definitionen konzentrieren sich meist auf fruchtbaren Boden und lassen Böden mit geringer oder gar keiner Fruchtbarkeit außer Acht. Vielleicht verdrängen wir schlicht, wie viel unfruchtbaren Boden es auf unserem Planeten gibt?
„Boden“ besteht hauptsächlich aus Gesteinspartikeln, während seine fruchtbare Komponente von der sogenannten „organischen Bodensubstanz“ – kurz OBS – abhängt. Vereinfacht gesagt ist Boden ohne OBS lediglich erodiertes Gestein. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Gesteinsarten, die aus verschiedenen Gründen und in unterschiedlichen Stadien zerkleinert wurden – von größeren Partikeln wie Sand bis hin zu kleineren wie Ton. Eine Eigenschaft von Gestein ist, dass es Wasser nicht über längere Zeit speichern kann. Damit Boden Wasser halten kann, ist er auf das Vorhandensein organischer Bodensubstanz angewiesen. Diese wirkt wie ein Schwamm und kann etwa das Zehnfache ihres Eigengewichts an Wasser speichern.
Was ist diese „organische Bodensubstanz“ nun eigentlich? Vereinfacht gesagt handelt es sich um Kompost – also um verrottendes pflanzliches und tierisches Material, das von Millionen unterirdisch lebender Organismen in den Boden eingearbeitet wird. Dazu gehören Bakterien, Milben, Würmer oder Maulwürfe. Sie sind entscheidend dafür, den Boden fruchtbar und den Anteil organischer Bodensubstanz hoch zu halten. Die Arbeit dieser Organismen und die dadurch in den Boden eingemischte organische Substanz sind somit der Schlüssel zu seiner Fruchtbarkeit – und zugleich zum Wasserkreislauf unseres Planeten. Diese Symbiose hält unterirdische Süßwasservorkommen gefüllt und ermöglicht Pflanzen das Wachstum auf nährstoffreichen Böden, wodurch Nahrung und Futter für alle Lebewesen bereitgestellt werden.
Damit sollte klar sein, dass ein grundlegender Unterschied zwischen „gewöhnlichem Boden“ und „fruchtbarem Boden“ besteht. LIOS sieht jedoch das Potenzial, die Fruchtbarkeit jedes Bodens mithilfe organischer Bodensubstanz wiederzubeleben. Wir müssen lediglich oberirdisch Bedingungen schaffen, in denen Organismen unter der Erde gedeihen können. Im Gegenzug erhalten wir eine verlässliche Versorgung mit Nahrung und Wasser.
Ein weiterer entscheidender Aspekt fruchtbaren Bodens wird stark unterschätzt: Organische Bodensubstanz besteht zu rund 50 % aus Kohlenstoff. Unsere Böden gehören tatsächlich zu den größten Kohlenstoffspeichern des Planeten. Organische Bodensubstanz ist daher eine unserer stärksten Möglichkeiten, den Austausch von Treibhausgasen und damit das Klima unseres Planeten zu stabilisieren. Unterschätzen Sie nie wieder die Kraft unter Ihren Füßen – und denken Sie an diese lebenswichtigen Fähigkeiten fruchtbaren Bodens, wenn Sie das nächste Mal auf einer Wiese stehen. Boden ist das Fundament allen Lebens auf der Erde. BODEN ZÄHLT.